Selbstportrait

August 13, 2009 von torbentiffram

Schlafensmüde
Knochenverbogen
Ausgedämmert
Verratschlagt

Ungehalten
Nordsüdrechts
Wildwachsend
Bleigefusst

Ungesichtet
Bauchflau
Rundgezittert
Bleichgeflammt

Still
Untervertont
Tiefengeschwächt
Zweifelskrank

Lungernd
Reifend
Ausgezündet
Flachgebeult

Siegend
Laufend
Spannend
Adrenalinleidend

Immer nach vorn

Apfelfenster

August 9, 2009 von torbentiffram

Ob ich mich frage?
Schon, wie lange wir so weitermachen können
Leisen Stimmen lauschend, flüstern
Alles im Digitalen

Wie lange wir weiter Knöpfe drücken
Die Uhr besiegen, Ringe sammeln
Im Moment schweben, abdrücken
Für die Erinnerung, ein Stück Fantasie

Emotionen auf Auflösung schieben
Erleichterung, Gedanken auf Draht
Natur, optimiert, so grün
Unsere Gedanken sammeln, gemeinsam

Ob ich dran verzweifle?
Wer weiss es schon, als wärs gewesen
Ich kann deiner Stimme lauschen
Das Kollektiv sammelt auch mich, im Besten

Ich kann mich austippen
In die Weite schwenken, riechen
Immer sicher bleiben, herzschlaglos
Bitter schmeckt es, das Schöne

Aber ich kann Euch treffen
Mit Euch gemeinsam, alles werden
Deinen Saiten danken, kämpfen
Sofort erhalten, nehmen, zahlen
Und irgendwann, kann ich zuklappen
Riechen, schmecken, schweben – oder?

Autogen

August 1, 2009 von torbentiffram

Drummend
Du bist wie gemalt
Kribbeln
Lauer Fahrtwind

Durch Blätter, Gemälde
Ruhe
Du bist ausgeleuchtet
Perfekt inszeniert

Mit Höhen und
Ausnuanciert, gewählt
Stechend natürlich
Ausgereimt

Schlackernd
Du bist wie geraten
Brummen
Stilles Baumsummen

Durch Regen, rhythmisiert
Taktur
Du bist ausgeviertelt
Sicher komponiert

Mit Pausen und
Angestippst, gefühlt
Beißend schön
Repeatisiert

Kann ich dir sein, was könnte ich?
Ein Pinsel, verkratzt
Bin ich dir Realität
Ein Eselsohr, wo du es knickst

Soundtrack

Juli 31, 2009 von torbentiffram

Es drängt sich nicht auf, frei
Krisp, wie eine Stimme, Leben siehst du
Weil wir uns alle ändern

Stattdessen trink ich
Wander zu Jazz durch die Straßen
Am Lenkrad
Atme Ruhe, und Biegerklicken

Haben wirs nicht alle alles, schon getan?
Vertrunken, willkürlich, ohne Schlaf
In deinen Hausflur geschrien
Nimm mich Leben, ruf mich raus

Hast du die Tasten schon gespielt?
Gefühl in Alltag gepackt?
Nuancen blank verziert?
Bist du geflossen?

Dosen und Krams und Trauer
Den Keller geräumt, verschüttet
Zufrieden auf dem Wasser, tief getaucht
Rau gefühlt und weich gedacht

Du kannst ihm Punkte geben
Deine Skalen verbiegen
Du kannst ihn zwingen, wenn du kämpfst
Aber niemals dich

Du hast es gesehen, ich weiss es
Leben will nüchtern sein, still
Grau ist Luft ist reich ist Schlaf
Juckt und kratzt, du

Sind wir nicht alle schon, aufgescheucht
In warmen Herbstneidereien
Dein Lachen im Windeswrack
Vergöttert, verdammt gewollt?

Tag auf, ein Tag, Reihe
Ruhe im Detail, vergessen
Runde dich ab, mit warmem Fuss
Flucht, geflüstert, ich lächel mit dir

Samstag

Juli 20, 2009 von torbentiffram

Durchstrebe die Nacht
Huh?
Weil dus mir gesagt hast
Ich spreche immer mit dir

Suchen?
Du tust so, als wäre es Ziel
Hör auf zu Streben
Verstreb dein Leben nicht

Hamburg blendet mich
Asphalt auf grauen Schultern
Und weisse Bäume
Mutter weint

Draussen vorm Fenster
Reisst dein Schaffner Scheine ab
Und ich trinke Weizen
Im reibungslosen Kämmerchen

zurück

Juli 19, 2009 von torbentiffram

dir kann ichs ja sagen
ich bin zurück
von nun an, kein geheule mehr
du brennst, ich auch

aber die wahrheit muss man noch sagen können
und da wo ich lebe, da heult keiner
keiner denkt, er wäres wert
geld ist nicht wichtig, weil nichts erkannt wird

und du?
du folgst auch keinem ruf
kapitalismusprimitivling
moderneevolutionstier
kind in der gesellschaftswanne – ohne stöpsel

was anders ist ist, ist gleich
und jeder der sich hier für anders hält
der ist wie alle anderen – das sind wir
also halt die fresse – haltet alle die fresse

Nein to five

Juni 23, 2009 von torbentiffram

Komme nach Hause
Rücken geknickt, Roxanne jazzt
Tic toct zum Summelbumm
Arbeit blitzt Arbeit

Runde um Runde im Kopf
Stunden fressen Zeit, darüber
Geld? Jetzt noch Wein
Morgen isses wieder Würde

Schnack mir noch ne Kippe an
Couch und Tagesschaufressen
Hier Kriese, ja hier
Hier Zukunft, nein dort

Die Diggers vertehen das nich
Es reimt sich eben nicht
Im Koordinatenkreuz immer in der Ecke
Verantwortung, extern, über mir?

Wir versemmeln noch einmal das rote Licht
Kuscheln uns ins Morgengrauen
Bis der Ticktocker ins Graue sticht
Brot wird gekrümelt, immer

Wir verschenken noch einmal die Jugend
Sammeln uns, hoffnungsfroh
Rücken schmerzt, Pflicht auch
Bummeln kann man auch gebückt

Ohne Titel

Juni 6, 2009 von torbentiffram

Oh und du brichst
Du sichtest deine Angst
Blätterst in ihr
Zitternd lachend halte ich dich fest

Du greifst in die Luft
Ich bin sie dir
Ich kann dich orten
Im Meer deines Brustkrieges

Ich kann dich spüren
Das Gewühle dich übermannend
Dich brechend, wie du da sitzt
Dein Salz die Bücher nässt

Ich atme deine schwere Luft
Ich atme Sie
Ich reife, so wie du
Nur so viel lachen kann ich nicht

Ich bin im Treppenhaus
Lebe neben Herrn Fick
Ich pisse in deinen Hausflur
Ich helf dir die Matratze wegstellen

Ich rate deine Nummernschilder
Komm runter von der Leiter
Was du an Mut hattest
Habe ich mir aufgesetzt

Ich fahre dein Fahrrad
Ich stürze von der Birke
Ich schreie deinen Frust
Mach ihn laut, deinen Gegenpol

Ich lass dir die linke Seite
Ich ruf dir die Grammatik
Ich reise für dich zu den Schwarzen
Ich baue dir das Diplom

Ich wachse deine Ski
Ich nenne ihn Bär, umarme ihn
Ich schenke dir RAL dreiunddreissig nullvier
Ich zerstör dir nie wieder, deine Autorenfantasie

Ich haue den antihumorösen Lars
Ich blute aus deiner Nase
Ich steige die Löwenstrasse hinauf
Ich schlage mir den Ellenbogen

Ich zeig ihr deine kalte Schulter
Ich bin penetrant für dich
Ich werde immer sanfter
Du versteckst mich hinter dir

Du schlägst, ich schütze
Du provozierst, ich bade aus
Fellgut wirft Schlüssel auf mich
Ich rege mich auf, über alles was dich stört

Ich drehe meinen Arm um
Und kassiere dafür Schläge
Ich streichel deine Bauchbeulen
Du klaust ihr Geld

Ich fahre sein Auto
Du schläfst hinten und singst
Ich tanze in deinem Flur
Du sprichst über Gefühle

Ich sage niemals was mich stört
Dafür verstehe ich dich nicht, wenn du weinst
Du kannst Mode und Kommunikation
Ich kann auf mich hören, nur den Druck nicht erkennen

Ich bin immer lieb, geduldig
Damit du Aufmerksamkeit bekommst
Du ärgerst mich, so oft du kannst
Ich tue alles für dich

Ich rauche nicht
Ich stehle nicht
Du brichst nichts, noch nie
Außer dich selbst

Brich dich nicht selbst
Brich dich nicht selbst
Brich dich nicht selbst
Brich dich nicht selbst
Bitte brich dich nicht selbst

rot-orange-weiss

Juni 4, 2009 von torbentiffram

Ein Bett wie ein Himmel, der Schlaf als Batterie des unerlässlichen Bohrers in mir. Aufladen heißt vergessen, doch lädt man nur auf um sich zu entladen. Das Entladen als Vierfaches des Aufladens. Das Schöpfen als Bruchteil des Zerstörens. Das Wissen als Bruchteil des Verstehens. Das Leben als Bruchteil der Freude. Der Schmerz als Bruchteil des Lebens. Das Denken als Bruchteil des Sorgens. Und letztlich die Freiheit als Bruchteil des Verzweifelns.

Und allein ende ich in aufgeflammter Hilflosigkeit, auf dem weg ins Irgendwo, ohne Platz, ohne Orientierung, als Bruchteil von mir selbst.

Mein Zweifel lässt mich ermüden, auf dem Weg zum Schlaf und damit Bruchteil des Seins. In diesem Bruchteil, wo das Sein vom Bewusstsein befreit wird und sich entspannt. Entspannung als weitest entfernter Verwandter des Müssen.

Was ich muss, ergibt sich aus der irrationalen Multiplikation von dem was ich soll mit dem was ich soll. Was in mir drin will, ergibt sich aus der irrationalen Division meiner Ziele durch meine Ziele.

Mein Weg lässt sich erkennen wenn ich bereits war, in diesem Punkt bin ich wie alle. Meine Probleme sind der überwiegende Teil. Meine Lösung als Bruchteil meiner Probleme.

Der Bruchteil an sich als Konstrukt ohne Definition, als irrationaler Bruchteil von sich selbst.

Um sich zu verwirren muss man sich nur Fragen, warum der Lebensweg nur als Bruchteil des Lebensweges vorhanden ist.

Und allein ende ich in aufgeflammter Hilflosigkeit, auf dem Weg zur Erkenntnis, ohne Kinn, ohne Ratio, als Bruchteil meiner Definition.

Puig d’en Valls

Juni 3, 2009 von torbentiffram

Zeit den Kampf zu begraben
Und lechzend dem Ich zu gestatten
Sich zu ergeben
Auf dem sanften Grund des Stillen

Sich nicht weiter zu halten
Das Salz zu schlucken
Das Tiefe zu schmecken
Dann schwemmt es mich fort

Es reicht mir die Luft im
Dunklen weiten Immer
Und schweift mit mir aus
Leitet sich, nicht mich

Atmend tauche ich auf
Rege mich, nur um zu sehen
Der Himmel wird schwarz
Das Ufer verschwimmt

Was einst noch im Hellen wuchs
Ist stilles, ruhiges Wellen
Ist seichtes, zufriedenes Rauschen
Ist liebendes, lächelndes Sanden