Ruhe

Dezember 19, 2009 von torbentiffram

Die Nacht nimmt mich auf
Sie ist rund, seicht und müde
Chopin tippt auf meine Schultern
Sie sacken schläfrig gen Boden

Im Halbkreis falle ich auf Parkett
Stimme Note um Note im Kopf
Pralle auf starres Braun, wache, atme
Liege, die Arme geflacht, schlagend

Sehe Staub im Detail, E Largo Major
Dann lächelnd, das Kühle wird warm
Das Stehen verlässlich, fast wahr
Geruch, Luft, ich ticke und sinke

Noch einmal Lento, diesmal F
Kaffee schwärmt mir aus altem Paris
Die Augen rund, die Stimmen aus
Nur Tasten sprechen, beschreiben

Dann letztlich versunken, froh
Nicht erholt, nicht verbrannt
Wieder hier und jetzt, alles stumm
Frédéric schmeckt nach, der Tat entgegen

Wie Wird 2010?

Dezember 13, 2009 von torbentiffram

Kann schon sein, dass es so ist wie du sagst

Dass man es, quasi nicht sieht

Dass es einfach an einem vorbeiläuft

Weil  auch wenn du es nicht siehst, du fühlst es ja, ja du nimmst, weißte?

Ich habe mich wahrscheinlich 1000 Mal abgeschossen – immer wieder Filmriss. Samstags.

Unter Tage würde ich gerne Atmen, im Dunkeln – ausruhen.

Dennoch reiße ich die Tage mit Arbeit ab, als wäre das Leben endlos

Komme nach Hause, mache Sport, Montag, Sonntag, Montag – endlose Zyklen

Das Komische ist, ich stelle mir nicht einmal die Sinnfrage

Das Innere, die Fähigkeit quasi, scheint immer schwerer zu werden

Nicht im Sinne von Schwierigkeit, sondern von Erfahrung

Ich fühle mich ganz oben, angekommen, bereit, elitär – ja, schon irgendwie

Aber ich bin müde, es reibt an mir, dass ich so müde bin

Und ich sehe so viele Dinge, so viele Tasks, doch nichts anderes, weisst du?

Eventuell nimmt man sich irgendwann die 12 Tage und reisst davon

Genau: reisst. 12(00) Tage.

Davon aber nicht, immer connected: Telefon, Roaming schreit aua, aw: und aw: und aw:

Ach und connected: das macht den Schlaf so leer. Vorverarbeiten würde ich das nennen

Ständig beschäftigt mit dem Druck. Es gibt kein „Eines Tages“, kein Ankommen, ach – wer weiss!

Ein weitere Runde, ein graues Haar mehr, jeden Tag hoch 2  – die Vision wächst mit, immer voraus

Und dennoch: immer weiter, weiter. Dafür sind wir hier

Immer weiter, kein Stop, kein Blick nach links – das Wort „brennen“ lässt sich in so viele Richtungen verforme(l)n!

2009/2010

Dezember 13, 2009 von torbentiffram

Brumm, kabumm, dumm, dumm, dumm

Ich hab‘s aufgebrochen

Sie sagte ich bin krank

Autsch, der Kopf, er hallt, gequetscht

Auf der Couch, stehend in den Knien

In der Ausatmung überbeugend

Das seelische Gesicht angestrengt verzerrt

Ausgebrannt

Ein Uff, ein riesen Uff

Durchatmen, ein Jahr das wars

Noch nie habe ich so viel geschwitzt

Und alt bin ich, grau

Die Batterie am Akku, kaputt

Gewehr bei Fuß

Der Hirsch sich selbst erschossen

Das Leben ist eine Ziellinie, kein Stadion

Ich horche in mich hinein

Besser noch: Ich horche in mich hinein!

Wirkt verklärt, stumm, schwarz-weiss getrieben

Bumm, ins Leben geplatscht

Ständig bin ich hier, ständig tippend, Zack

Ticken tacken immer wieder das das das

Und dann Musik, Alkohol, raufgewummst

Der Spiegel schlägt mir auf die Schulter

Das Innere ist groß, ist weit, gestratzt

Die Pace, die Pace, die Pace, was will ich?

Und weit und müde, nur müde

Schlaf kann nicht helfen, er kann nicht (er)holen

Erholung ist wie weiche Butter in der Pfanne

Sie schmilzt, brennt an, vergilbt, in butterweicher Lebenshitze

Hitze, booooom!

Du, nun, schwarzes Ruhepiepen, still.

Still, bitte.

Mit 26

November 15, 2009 von torbentiffram

Ich bin ein Kreis

Weil du keiner bist

Und im Gitarrensaitenrauschen

Summen wir rötlich maracuja

 

Wir tanzen uns entgegen, drängen

Auf Ziele, Zukunft jetzt und hier

Dein Bild von dir, da, dann, ist immer jetzt

Und schlank ist schlank, nicht dünn

 

Kein Geld der Welt schafft dir dein Zelt

In dem du wärmlich von dannen schläfst

Ruhig, brummend, aufgegangen

In weichem Wattenadrenalin

 

Das schafft nur

Dein immerwährender Drang nach drinnen

Von außen ins Kühle, zum Ganzen

Dann sinken, seicht, gefestigt, jetzt.

Selbstportrait

August 13, 2009 von torbentiffram

Schlafensmüde
Knochenverbogen
Ausgedämmert
Verratschlagt

Ungehalten
Nordsüdrechts
Wildwachsend
Bleigefusst

Ungesichtet
Bauchflau
Rundgezittert
Bleichgeflammt

Still
Untervertont
Tiefengeschwächt
Zweifelskrank

Lungernd
Reifend
Ausgezündet
Flachgebeult

Siegend
Laufend
Spannend
Adrenalinleidend

Immer nach vorn

Apfelfenster

August 9, 2009 von torbentiffram

Ob ich mich frage?
Schon, wie lange wir so weitermachen können
Leisen Stimmen lauschend, flüstern
Alles im Digitalen

Wie lange wir weiter Knöpfe drücken
Die Uhr besiegen, Ringe sammeln
Im Moment schweben, abdrücken
Für die Erinnerung, ein Stück Fantasie

Emotionen auf Auflösung schieben
Erleichterung, Gedanken auf Draht
Natur, optimiert, so grün
Unsere Gedanken sammeln, gemeinsam

Ob ich dran verzweifle?
Wer weiss es schon, als wärs gewesen
Ich kann deiner Stimme lauschen
Das Kollektiv sammelt auch mich, im Besten

Ich kann mich austippen
In die Weite schwenken, riechen
Immer sicher bleiben, herzschlaglos
Bitter schmeckt es, das Schöne

Aber ich kann Euch treffen
Mit Euch gemeinsam, alles werden
Deinen Saiten danken, kämpfen
Sofort erhalten, nehmen, zahlen
Und irgendwann, kann ich zuklappen
Riechen, schmecken, schweben – oder?

Autogen

August 1, 2009 von torbentiffram

Drummend
Du bist wie gemalt
Kribbeln
Lauer Fahrtwind

Durch Blätter, Gemälde
Ruhe
Du bist ausgeleuchtet
Perfekt inszeniert

Mit Höhen und
Ausnuanciert, gewählt
Stechend natürlich
Ausgereimt

Schlackernd
Du bist wie geraten
Brummen
Stilles Baumsummen

Durch Regen, rhythmisiert
Taktur
Du bist ausgeviertelt
Sicher komponiert

Mit Pausen und
Angestippst, gefühlt
Beißend schön
Repeatisiert

Kann ich dir sein, was könnte ich?
Ein Pinsel, verkratzt
Bin ich dir Realität
Ein Eselsohr, wo du es knickst

Soundtrack

Juli 31, 2009 von torbentiffram

Es drängt sich nicht auf, frei
Krisp, wie eine Stimme, Leben siehst du
Weil wir uns alle ändern

Stattdessen trink ich
Wander zu Jazz durch die Straßen
Am Lenkrad
Atme Ruhe, und Biegerklicken

Haben wirs nicht alle alles, schon getan?
Vertrunken, willkürlich, ohne Schlaf
In deinen Hausflur geschrien
Nimm mich Leben, ruf mich raus

Hast du die Tasten schon gespielt?
Gefühl in Alltag gepackt?
Nuancen blank verziert?
Bist du geflossen?

Dosen und Krams und Trauer
Den Keller geräumt, verschüttet
Zufrieden auf dem Wasser, tief getaucht
Rau gefühlt und weich gedacht

Du kannst ihm Punkte geben
Deine Skalen verbiegen
Du kannst ihn zwingen, wenn du kämpfst
Aber niemals dich

Du hast es gesehen, ich weiss es
Leben will nüchtern sein, still
Grau ist Luft ist reich ist Schlaf
Juckt und kratzt, du

Sind wir nicht alle schon, aufgescheucht
In warmen Herbstneidereien
Dein Lachen im Windeswrack
Vergöttert, verdammt gewollt?

Tag auf, ein Tag, Reihe
Ruhe im Detail, vergessen
Runde dich ab, mit warmem Fuss
Flucht, geflüstert, ich lächel mit dir

Samstag

Juli 20, 2009 von torbentiffram

Durchstrebe die Nacht
Huh?
Weil dus mir gesagt hast
Ich spreche immer mit dir

Suchen?
Du tust so, als wäre es Ziel
Hör auf zu Streben
Verstreb dein Leben nicht

Hamburg blendet mich
Asphalt auf grauen Schultern
Und weisse Bäume
Mutter weint

Draussen vorm Fenster
Reisst dein Schaffner Scheine ab
Und ich trinke Weizen
Im reibungslosen Kämmerchen

zurück

Juli 19, 2009 von torbentiffram

dir kann ichs ja sagen
ich bin zurück
von nun an, kein geheule mehr
du brennst, ich auch

aber die wahrheit muss man noch sagen können
und da wo ich lebe, da heult keiner
keiner denkt, er wäres wert
geld ist nicht wichtig, weil nichts erkannt wird

und du?
du folgst auch keinem ruf
kapitalismusprimitivling
moderneevolutionstier
kind in der gesellschaftswanne – ohne stöpsel

was anders ist ist, ist gleich
und jeder der sich hier für anders hält
der ist wie alle anderen – das sind wir
also halt die fresse – haltet alle die fresse