Ich frage mich schon manchmal, was genau meine Hände noch berühren, was sie spüren. Irgendwie gehe ich immer weiter im Leben und alles wird unrealer. Irgendetwas treibt mich, lässt mich nicht ruhen. Doch dann finde ich mich in dem Moment, den ich immer ersehne und alles wirkt wie erfunden. Wie durch Röhren gerufen. Unreal, als starrte ich auf meine eigene vernarbte Hand durch einen Fernseher.
In Griechenland, da trat ich in die schönsten, stechendsten Steine. In das stillste Wasser, den weitesten Traum. Ich fuhr Boot unter keiner je so gewesenen Sonne. Ich versuchte die Luft zu greifen, das Wasser zu streicheln. Als wäre ich ein Kind, bedingungslos auf die Sache starren und zu heilen – weil das Ding so ist wie man selbst. Eben nicht hinterfragend. Eben nicht sorgengesalzen. Eben eher stumm, eher gar nicht erst erkennend, für jeden gleich, wenn der denn will.
Doch die Nächte treiben mich so oft davon. Dann bin ich wieder im Diskodunst verschwunden und greife wieder nach mir selbst in schmelzenden Eiswürfeln. In tiefen, treibenden Beats und brennenden Kehlen. Dann greife ich in die Leere und fühle mich doch nicht besser als zuvor. Die Dinge sehen mich so wie ich sie, leer, gar nicht verstehend, warum ich sie genau in dem Moment überhaupt brauche. Muss man so weit fahren für ein bisschen Nachtschwärmerei? Muss man so weit reisen, nur im sich selbst nicht zu finden – sondern wieder zu fliehen?
Es sind die Momente, die beißen. Die Spiegelstarrerei. Garnicht ’mal das Getane, sondern vielmehr das Gefühlte. Das Nichts.
Aber bei den Steinen, dort kann ich fühlen, das weiß ich. In der ruhigen Brudersonne, ganz ohne Beat. In den stillen Momenten, wenn das Licht so grell ist, dass man vergisst, wie der Tag so oft schon aussah. Dort wo der Wind es ehrlich meint. Und die Füße das Wasser streicheln.
Dort zählt nur, wie man sie anschaut, die Dinge. Nicht weil sie es brauchen. Sondern einzig und allein dafür, dass man selbst es nicht vergisst. Dass man auf sich zurückgreift und zufrieden sagen kann, woher man kommt. Dass man sich nicht interessiert, dass man nichts erklären will. Aber dass man nun da ist. Und dass man nun gleich ist. zufrieden und wieder klar. Und darum soll es gehen, vor allem an Stränden, mit spitzen Steinen in den Füßen und tiefen Atemzügen, die das Meer fort trägt.